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Schülerzentrierte Digitalisierung

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Interview mit den Sachaufwandsträgern der Stadt Borna

Interview mit den Sachaufwandsträgern der Stadt Borna

Schülerzentrierte Digitalisierung
Interview mit den Sachaufwandsträgern der Stadt Borna

Herzlich Willkommen in der Großen Kreisstadt Borna in Sachsen!
Digitalisierung der Schulen ist in aller Munde und kann für die Träger oftmals eine herausfordernde Aufgabe sein. Mit dem Digitalpakt haben sich neue Potentiale für Schulen und Kommunen eröffnet. Durch die Bereitstellung der Fördergelder könnte man die vorhandenen Defizite in der Technikausstattung der Schulen verringern und damit die Modernisierung des Bildungswesens maßgeblich beeinflussen.

Die Mitarbeiter Frau Ramona Beck und Herr Günther Kegel konnten eine intelligente Transformation der Bildungslandschaft mit der Unterstützung von Auftragnehmern realisieren.
Somit stellt sich die Frage, welche Aufgaben sowohl für Schulträger als auch Dienstleister im Zuge der Digitalisierung entstehen.

Sehr geehrte Frau Beck, sehr geehrter Herr Kegel, bevor wir in die Materie eintauchen, würde ich mich freuen, wenn Sie uns ein wenig mehr über Ihre Arbeit erzählen. Sie sind für die EDV-Systeme und Netzwerktechnik sowie für Informations- und Kommunikationstechnik zuständig.
Wie sieht Ihr beruflicher Alltag aus?

Frau Beck:

"Ich bin vor allem in der Projektarbeit tätig und unter anderem für Ausschreibungen und allgemeine organisatorische Tätigkeiten zuständig. Zudem bin ich für die Softwarebetreuung, -erneuerung und -einführung verantwortlich."

Herr Kegel:

"Ich bin seit 2006 in der Stadtverwaltung für verschiedene Aufgaben tätig, unter anderem auch für die Ausstattung der Schulen als EDV-Administrator.
Zu den Aufgaben der Stadtverwaltung gehören zudem eine Auseinandersetzung mit Hard- und Software, Netzwerk- und Betriebssystemen. Für diese Themen sind insgesamt 3 Mitarbeiter tätig, inklusive Frau Beck."

Sie begleiten und setzen viele Prozesse in der Praxis um. Angenommen, eine andere Stadt möchte Digitalisierung an Schulen in der Stadt ganzheitlich planen und umsetzen. Welche Punkte und Besonderheiten sind aus Ihrer Sicht in Sachsen oder in Ihrer Region besonders zu beachten?

Herr Kegel:

"Ein großes Problem unserer Netzlandschaft ist die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen. Wir sind derzeit dabei, große Veränderungen voranzutreiben und haben bisher auch schon viel erreicht. Der Breitbandanschluss an einer Schule muss leistungsstark sein, das bedeutet mindestens 100Mbit. Zudem beschäftigt uns die Umsetzung der Fördermaßnahmen im Rahmen des Digitalpaktes Schule.

Unsere Arbeit wird aber auch teilweise verlangsamt, beispielsweise durch die Beschaffung von Laptops während der Corona-Pandemie. Dies war für uns mit viel Aufwand, aber wenig Nutzen verbunden. Es wurde nicht ganzheitlich gedacht, man kann es auch als hektisches Beschaffungsverhalten beschreiben. Wenn eine vernünftig strukturierte Verkabelung fehlt (wenigstens CAT 7) und ich nicht die PoE (Power Over Ethernet) leisten kann, bringt mir WLAN auch nichts. Dann fehlen eben die Grundvorrausetzungen.

Zwei Schulen haben wir bereits angeschlossen und mit der Dritten sind wir in Vorbereitung.
Mit Verkabelungsarbeiten ist es nicht einfach. Sie können nicht Ihrem Elektriker sagen, so jetzt machen wir alle Leitungen neu."

Frau Beck:

"Das WLAN ist nur ein Teil des Problems. Wenn es in den Häusern keine Breitbandanschlüsse gibt, können die Schüler nicht mit hohen Datenmengen arbeiten. Für das WLAN an Schulen braucht es trotzdem eine gute Anbindung, ansonsten kann es schnell zu Data-Offloading (Netzlast) kommen. Diese Risiken wollen wir natürlich vermeiden.
Ergänzend muss ich sagen, dass, obwohl wir zwei Schulen bereits angeschlossen haben, wir noch abwarten müssen, weil der Sanierungszustand der Schulen so schlecht ist, dass man zuerst den Rest machen muss. In einem Best-Case-Szenario sollen die Sanierungsarbeiten und die kostspieligen Verkabelungsarbeiten im Einklang geschehen. Wenn ich in dem Haus Baumaßnahmen vornehme, muss ich das in diesem Kontext mitmachen. Es kann zu einem uneffektiven Zeiteinsatz kommen und zu überziehenden Bauarbeiten, weil bei einer Baustelleinrichtung sehr viele Vorgaben zu beachten sind."

Digitalisierung ist ein allgegenwärtiges Thema und in Sachsen wird ziemlich viel über die Verkabelung gesprochen. Korrigieren Sie mich gerne, wenn ich mit meiner Frage „Die Büchse der Pandora“ öffne. Unter Anderem wird viel über den Mangel an Fachkräften diskutiert, auch im Elektrobereich. Das sind die Faktoren, die Digitalisierung verlangsamen. Wirtschaftsbedingt sind in einigen Regionen Fachkräfteengpässe mehr spürbar als in anderen.
Gibt es denn, Ihrer Wahrnehmung nach, genügend Fachkräfte, die Breitbandanschlüsse in der benötigten Qualität und Quantität liefern können?

Herr Kegel:

"Für mich steht fest, dass nicht die Fachkräfte hier die entscheidende Rolle spielen. Das ist die Aufgabe eines Telekommunikationsunternehmens. Leider gibt es keine alternativen Berechtigte, die diese Bauarbeiten übernehmen oder beschleunigen können. Unser Auftragnehmer, die Dubrau GmbH, darf diese Leistungen (trotz eines breiten Portfolios) nicht übernehmen. Die Arbeit, die dann im Anschluss erledigt werden soll, ist im Vergleich weniger kosten- und zeitaufwändig. Ein Gebäude anzuschließen ist eine triviale Aufgabe. Dies kann allerdings nicht verallgemeinert werden."

Frau Beck:

"Bei so einer Planung sollte man mögliche Risiken unbedingt antizipiert haben. Es gibt sehr viel Abstimmungsbedarf und man soll sehr viele Faktoren in Betracht ziehen inklusive Brandschutzkonzept und Sicherheitskonzept. Man muss zusätzlich den Schulbetrieb beachten. Auf diese Weise können Überarbeitungsschleifen, Doppelarbeiten und hoher Abstimmungsaufwand reduziert werden. 
Eine weitere Begründung ist, dass die Kommunen das bewilligte Fördergeld nicht abrufen können, weil die vorausgesetzten 10% der Landesgelder nicht im Hausbudget zur Verfügung gestellt wurden und damit das Projekt nicht realisiert werden kann.

Eine hundertprozentige Fördermittelfinanzierung seitens des Fördermittelgebers würde diese Komplikationen aus dem Weg räumen. Dann würden die Kommunen immer noch genügend Aufgaben zu erledigen haben. Als Beispiel: Beim Gymnasium hat die Stadt Borna 30% der Gesamtsumme übernommen, was sich nicht jede Kommune leisten kann."

Sind die Schulträger in Sachsen eigenverantwortlich für die IT-Angelegenheiten und Digitalisierungsmaßnahmen in der Region?
Somit ist jeder Schulträger für die Erkennung und Umsetzung sowie Optimierungen eigenständig verantwortlich, sofern diese dem Landesmedienplan entsprechen. Habe ich das so richtig verstanden?

Herr Kegel:

"Das stimmt! Wir sind sowohl für die bauliche Gestaltung als auch für die IT-Ausstattung der Schulen zuständig.  Das ist in unserem Fall möglich, weil die Stadt eine überschaubare Schullandschaft hat und die Kommunikationswege mit den Schulleitern nicht komplex sind. In unserem Fall erleichtert uns diese Einfachheit und unser beruflicher Zusammenhalt die Arbeit. So können wir uns schneller zum Beispiel mit der Dubrau GmbH abstimmen, weil unsere Struktur somit weniger Abstimmungsbedarf erfordert"

Frau Beck:

"Eine direkte Kommunikation mit den Schulleitern ist notwendig. Es tauchen oft grundlegende Fragen auf, wie Medienentwicklungsplänen oder das Finanzielle. Wir sind verpflichtet, immer funktionsbezogen und nicht herstellerbezogen zu handeln. Das gehört auch zu einer Identifizierung oder einer Evaluierung der Bedarfe."

Selbstständig zu handeln kann für Schulträger sehr energieraubend sein. Genau deswegen haben wir die Initiative für Moderne Lernumgebungen ins Leben gerufen, um hier Unterstützung zu leisten und dabei Sachaufwandsträger und Projektverantwortliche, wie Sie, aber auch Schulen mit kostenfreiem Expertenwissen zu unterstützen.

Im Allgemeinen geht es darum, zusammen mit Experten des Bildungssektors und der IT-Branche einen konkreten Fahrplan zu entwickeln, um bei Themen wie Ausstattung und Beschaffung, Umsetzung der Medienkonzepte sowie Service und Support einer Modernen Lernumgebung für die Zukunft bestmöglich aufgestellt zu sein. In diesem Sinne stellt sich mir die Frage, ob IT ohne externe Hilfe überhaupt qualitativ hochwertig gestaltet werden kann?

Frau Beck:

"Der Schwerpunkt eines städtischen Projektleiters liegt bei der Projektverwaltung. Bei der Planung und Konzipierung des Projektes fehlt manchmal die technische Kompetenz und hierfür ist eine externe Hilfe notwendig.

So können die Beschaffungsmaßnahmen der Schulen mit einer Technikeuphorie verbunden sein, was dazu führt, dass die Verbesserung der Technikausstattung zum Selbstzweck wird. In diesem Fall können wir uns an unsere Auftragnehmer wenden, die uns ausführliche Informationen über alle Lieferanten, Hersteller, Lieferzeiten fair und neutral skizzieren. Von der Planung bis zur Realisierung.

Wir dürfen den Einkauf und die Beschaffung als Endkunde selbst nicht tätigen. Hierfür sind immer externe Dienstleister notwendig. Dafür gibt es Dienstleistungs- und Garantieverträge. In unserem Fall unterstützt uns die Dubrau GmbH."

Herr Kegel:

"Nein, das ist ohne Unterstützung bei Weitem nicht möglich. Wenn es beispielsweise Probleme bei der Beschaffung oder der weiteren Bereitstellung und Wartung technischer Geräte gibt, müssen externe Experten dazu geholt werden. Hierfür ist „eine unabhängige dritte Partei“ erforderlich.

In der Stadtverwaltung müssen wir uns mit alltäglichen Aufgaben auseinandersetzen und da die IT ein sehr komplexer Aufgabenbereich ist, haben wir hierfür festgelegte Termine innerhalb des Teams, um sich mit diesen Themen zu befassen. Die Komplexität und das Ausmaß der Aufgaben sind unabhängig von der Größe der Kommunen. Meine Empfehlung ist, sich immer externe Hilfe zu holen.

Je kleiner die Kommune ist, umso vielfältiger sind die Aufgaben der einzelnen Mitarbeiter. Wir als Träger müssen dafür sorgen, dass die IT-Landschaft dem Unterrichtsgeschehen entspricht, dafür müssen wir Geld beschaffen, die Ausschreibungen machen, Projekte durchführen und die Umsetzung überwachen."

Es gibt Kommunen, die jahrelang Rahmenverträge mit den gleichen Firmen haben und sie trotz Unzufriedenheit automatisch verlängern, weil sie den Wechselaufwand nicht betreiben wollen.

Welche Kriterien soll ein externer Anbieter erfüllen, um den kommunalen Anforderungen im Bildungsbereich gerecht zu werden? Gibt es etwas, was Sie Ihren Kollegen empfehlen wollen, um das Thema zu entmystifizieren?

Herr Kegel:

"Wichtig ist für uns ein gleichbleibender Ansprechpartner, der mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ist und somit selbstständig arbeiten kann. Bei der Dubrau GmbH verfügen wir über einen bestimmten Ansprechpartner, der bei Problemen kontaktiert werden kann und sich mit den Räumlichkeiten der Schulen auskennt.

Persönliche Beziehungen sind wichtig, auch zwischen Dienstleister und den Schulen. Bezogen auf die Hard- und Software ist es sinnvoll, jeweils einen zusätzlichen Ansprechpartner zu haben.  Wenn die Verwaltung den Auftragnehmer wechseln möchte, müssen im Vorfeld bestimmte Kriterien definiert werden, da wir dem Vergaberecht unterworfen sind."

Frau Beck:

"Es wird alles über Ausschreibung entschieden, die Stadtverwaltung stimmt sich mit dem Ingenieurbüro ab, sie erstellen das Leistungsverzeichnis und danach folgt eine öffentliche Ausschreibung. Am Ende der Ausschreibung folgt eine Submission und dann wird der Auftrag vergeben. Dafür muss man die Ausgangsituation der Kommune ganzheitlich verstehen, erst dann kann man einen anderen Dienstleister wünschen. Der Stadtrat übernimmt die Verantwortung für eine Submission.
Die Aufgabe der Stadtverwaltung ist es, mit maximaler Präzision die Anforderungen an die Auftragnehmer zusammenzufassen, damit der Stadtrat einen zutreffenden Auftragnehmer finden kann. Neben fachlicher Kompetenz sind die Erreichbarkeit, Reaktionszeit und Ehrlichkeit von großer Bedeutung.

Mit der Dubrau GmbH ist die Stadt aktuell sehr gut aufgestellt. Es wird außerdem sehr viel zugehört, welche Erneuerungen und Wünsche die Schulen brauchen, deswegen kommt für uns ein anderer Anbieter nicht in Frage. Mit der Dubrau GmbH haben wir eine transparente und offene Kommunikation. Es wird ständig auf die Wünsche der Stadt eingegangen."

Wie sieht die Bildung der Zukunft aus?

Herr Kegel:

"Als Verwalter halte ich eine übergeordnete IT-Struktur für sinnvoll. Aktuell verwaltet jede Schule ihre eigenen Benutzer im Schulsystem, hat seine eigenen Verbindungen, Einstellungen, Nutzerbereiche, Freigaben, Programme und Technik. Das kann nicht zu unserer Zukunftsvision gehören.

Als Träger verstehe ich, dass die Finanzierung der Bildung nicht mit den gleichen Summen erfolgen kann, wie vor 10 Jahren. Das Land berechnet den Gesamtbeitrag nach einer mathematischen Formel pro Schüler für seine Schulen, um die Schulen zu bewirtschaften und nicht für die Investitionsvorhaben. Nach meinem Dafürhalten soll für die Bildungsinvestitionen ein Sonderfond geschaffen werden, unabhängig vom Digitalpakt.

Welche Lebenszeit haben unsere Mobiltelefone heutzutage? Wie lange wird ein Gerät benutzt? Wie gut ist ein altes Gerät mit neu installierten Operationssystemen kompatibel? Schulen sowie Schülerinnen und Schüler geht es nicht anders. Was macht der Digitalpakt in 5, 10, 20 Jahren? Nach meinem Empfinden wäre eine andere Finanzierungsstruktur eine passende Lösung."

Frau Beck:

Uns erwartet eine andere Nachfragestruktur nach Gütern und Dienstleistungen. Das heißt, wir müssen in den nächsten Jahren die goldene Mitte zwischen Virtualität und physischer Präsenz finden, zwischen dem Neuen und dem Alten. Digitalität darf die Beweglichkeit der Kinder nicht ersetzen. Das Lesen eines Buches ist genauso wichtig, wie die Medienkompetenzen. Digital nachhaltig handeln, leben und unterrichten – so soll das Bild der Zukunft aussehen.

Erfolgreiches Gelingen!

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